Ihr Lieben,

der Titel verrät euch ja schon mein heutiges Vorhaben:-))

Zwei traditionelle Ereignisse gab es in diesem Zeitraum: das Puppenfestival in Neustadt um Himmelfahrt herum und das Dickbootrennen in meiner Geburtsstadt Calbe/ Saale Mitte Juni, an dem meine Familie jedes Jahr als wechselnde Mannschaft mit Mama, Papa, Oma, Opa, Enkel, Enkelin, Cousine, Cousin, Tante, Onkel, Schwester, Bruder, Tochter, Sohn, Schwiegermama  & -papa… – je nach verwandschaftlicher Beziehung – sowie einigen lieben Freunden teilnimmt. Diesmal haben wir es nach vielen Jahren mal nicht in die Endrunde geschafft, waren aber mit genauso viel Spaß und Paddelfreude dabei wie sonst auch. Und Oma Annis leckre Kreppelchen (Quarkkrapfen) waren wie immer ruckzuck weggenascht:-))))))))

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Diese beiden hier waren auch sehr schnell weg und flogen jeweils in ein liebevolles Zuhause:
Bienenelfe Bini & Marienkäferelf Matze.
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Der Monat Mai enthielt für mich eine tolle Überraschung: Meine Filzarbeit “Löwenzahn” konnte Jury und Publikum begeistern und ich durfte für die beste Themenarbeit einen Puppenoscar mit nach Hause nehmen:-)))))))) Obendrein haben die drei Löwenzähnchen einen neuen Platz im Museum für Deutsche Spielzeugindustrie in Neustadt bei Coburg gefunden — ich bin unglaublich glücklich über diesen Erfolg. Bei der Gestaltung habe ich mich von dem Kindergedicht “Pustemuhme” aus der Zeit des Jugendstils inspirieren lassen. Es wurde von Paula und Richard Dehmel um 1900 geschrieben:

Pustemuhme

Krause, krause Muhme,
alte Butterblume,
Pusterchen, nanu?
wo hast du denn dein Hütchen,
dein gelbes Federklütchen,
worauf wartest du?

Warte aufs Kindchen,
auf ein lieb Mündchen,
ich alte griese Trauerliese,
puh, puh, puh;
ach bitte, pust mich doch
rasch in den Himmel hoch,
tausend kleine Nackedeis
spielen da im Gras,
tausend kleine Nackedeis
lachen sich da was!

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Ich entschied mich, nicht nur eine Pusteblume sondern auch noch zwei junge Löwenzahnpflanzen darzustellen. Meine Figurengruppe habe ich mit z.T. selbstgefärbter Merinowolle & Seide, Kokosfasern, Lammlocken, Draht sowie Bergschafwolle gefilzt. Und der Clou an den Figuren ist, dass sie wie im Wind hin- und her schwingen, wenn man sie anpustet. Es hat nicht nur mir viel Vergnügen bereitet, erwachsene Besucher der Ausstellung beim Pusten zu beobachten:-)) Darüber hinaus gab es noch viele weitere wunderbare Arbeiten nationaler und internationaler Puppenkünstler und -innen zu sehen. Wie unterschiedlich einzelne Themen bzw. Kategorien hinsichtlich Material & Stil umgesetzt werden, ist immer wieder von Neuem spannend und etwas, auf das ich mich zum Puppenfestival 2016 jetzt schon wieder freue.

Meine zweite Einreichung in der Kategorie “Fantasiepuppe” gab Anlass zum Schmunzeln, habe ich mir sagen lassen, und ich kann mich da selber nur anschließen, habe ich doch mit einem zwinkernden Auge an dieser – für meine Verhälnisse recht groß ausgefallenen – Filzarbeit gesessen:-)) Der Titel lautet “Liebespaar auf Co Lorar” und mein Tableau stellt verliebte Drachenmenschwesen auf einem fernen Planeten dar, der nicht nur in allen Regenbogenfarben schimmert und eigenartige Formen von Pflanzen und wabernden Energiequellen hat, sondern den zusätzlich ganz exotische Düfte umgeben, welche ich in Form von aufgesprühtem Parfüm den Besuchern erlebbar machen wollte. Ich fand diese Idee genial, zumal mir ein duftendes Kunstobjekt vorher noch nie begegnet war – aber klar, wird es soetwas früher schon mal gegeben haben und bestimmt auch in besserer Ausführung… Auf jeden Fall hatte ich viel Spaß bei der Gestaltung des Planeten, bei der neben z.T. selbstgefärbter Merinowolle und Seide u.a. auch Glassteinchen, Murmeln, Metallgitter und verschiedene Drähte zum Einsatz kamen, und den ich ungefähr so mal im Traum gesehen hatte:

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Neben den Projekten für die Ausstellungen arbeitete ich noch an Hausarbeit Nummer 4 für meine Weiterbildung. Diesmal sollten wir das Thema “Eine/Meine zweite Haut” umsetzen. Da ich den Muskelkater und die Anstrengung von der Filzjacke, die ich  – mit Hilfe meiner lieben Filzfrauen – im Seminar Filzkleidung anfertigte, immer noch so leicht in mir spüren konnte, entschied ich mich für was Kleines:-)) Außerdem liegt mir Fisselarbeit und kann ich mich stundenlang in kleinen bis winzigen Details verlieren… Mir kam daher die Idee, Puppenjunge Bjarne neu einzukleiden, ja zu verwandeln, und daher lautet auch der Titel meiner schriftlichen Dokumentation

“Patchwork Pieces oder wie man aus einem Lausebengel einen kleinen Prinzen macht”:

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Die drei obigen Bilder geben einen Einblick in den Filzprozess des Mantels – ausgelegt auf selbstgefärbter Pongéseide ergab er eine Länge von fast 1 m. Dazu kamen noch eine hauchzarte Tunika, eine gestreifte Ballonhose, schwarze Filzschuhe mit goldenen Schnürbändern sowie eine Krone mit eingefilzten Edelsteinen – ganz wie sich das für einen Prinzen gehört:-)) Die beiden folgenden Fotos belegen dann auch anschaulich, wie Kleider Leute machen, wobei jedes Outfit für sich genommen schön aussieht und in sich stimmig ist:

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Bjarne 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In meinem nächsten Beitrag zeige ich euch Bilder von ganz zauberhaften Kurspuppenkindern, vielleicht ja schon morgen?

Ganz herzlich,
eure Sanne